Unser Weg zum Leonberger

Mein Mann war schon immer ein Hundenarr, während ich Panik vor Hunden hatte.

Nach der Geburt unserer Kinder wollte ich meine Panik nicht weitergeben und so habe ich unseren Kindern immer gesagt, dass sie gerne jeden Hund streicheln dürfen, im Vorfeld jedoch die Besitzer fragen müssen, ob dies in Ordnung sei. Ferner erklärte ich den Kindern, dass ich Angst vor Hunden hätte, das dies jedoch nicht gut sei.

Im Jahr 2002 wollten mein Mann und unsere Kinder dann endlich einen Hund haben. Zunächst sollte es ein Neufundländer werden. Tapfer bin ich mit meinem Mann zu einem Züchter gefahren, aber nachdem die Hunde auf uns zu gerannt kamen, war mir doch sehr mulmig zu Mute und ich habe nur noch schnell gesagt: “Ich gehe lieber raus, da ich auf meine gebrochene Hand aufpassen muss.“ Dies war natürlich nur eine Ausrede - meine Panik war einfach größer. Zu Hause habe ich meiner Familie dann erzählt, dass ich Panik bekommen habe und wir keinen Hund in unsere Familie aufnehmen können. Die Reaktion meiner Familie kann sich sicherlich Jeder vorstellen.

Durch Zufall habe ich dann gesehen, dass in Frankfurt eine Hundemesse stattfindet. So gingen wir gemeinsam zu der Ausstellung und mein Mann hat mir erklärt, dass wir nur nach großen Hunden schauen würden, da ein kleiner Hund gar nicht zur Debatte steht. So sind wir eine Runde durch die großen Hunderassen gelaufen und bei der 2. Runde bin ich vor einem Leonberger stehen geblieben. Ich habe ihm lange ins Gesicht geschaut und schließlich zu meinem Mann gesagt: „Ich glaube, bei diesem Gesicht kann ich meine Angst vor Hunden verlieren.“  

So haben wir uns auf der Messe mit den Züchtern unterhalten, ein Buch über Leonberger gekauft und schließlich hat mein Mann mit einem Züchter Kontakt aufgenommen. Der Züchter sagte jedoch, dass er zunächst die komplette Familie kennenlernen möchte, bevor er einen Hund an uns abgibt. Also ging es Sonntag morgens früh ins Saarland, um an der Leonberger Wanderung teilzunehmen. Nun kam die Ernüchterung:  14 Leonberger und da sollte ich aus dem Auto steigen! Während mein Mann und die Kinder schon in Gesprächen vertieft waren, saß ich immer noch im Auto. Schließlich kam der Züchter zu mir und ich kurbelte die Fensterscheibe herunter. Ich sagte nur: „Ich will gar keinen Hund. Ich habe Panik vor Hunden. Ich mache das Alles nur für meine Familie.“ Daraufhin wurde ich im Halbkreis von 5 Personen aus dem Auto geholt und der Züchter ist während des gesamten 2-stündigen Spaziergangs neben mir gelaufen. Er hat mir sehr viel über das Verhalten der Hunde erzählt und wir haben uns intensiv unterhalten. Am Ende des Tages sagte er zu meinem Mann: „Sie bekommen einen Hund. Ihre Frau wird die Angst vor Hunden verlieren.“. Mein erster Gedanke war: „Na super, jetzt habe ich all meine Ängste und Bedenken geäußert und ich bekomme trotzdem einen Hund.“

Nachdem die Welpen geboren wurden, sind wir erneut ins Saarland gefahren, um die Welpen zu besichtigen. Ich sagte zu meinem Mann, dass ich gar nicht weiß, ob ich einen Welpen auf den Arm nehmen könnte. Im Saarland angekommen, ist eine junge Hündin direkt zu mir gekommen und ich habe sie tatsächlich auf den Arm genommen. So haben wir bei der Abfahrt gesagt, dass wir uns melden, sowie wir eine Entscheidung getroffen haben. Zu Hause angekommen, habe ich Abendessen vorbereitet und plötzlich hat mein Mann die Kinder und mich ins Wohnzimmer gerufen. Was soll ich sagen, im Wohnzimmer standen ein Hunde-napf, eine Hundebürste, Hundespielzeug und eine Leine. Die Kinder haben gejubelt: „Wir haben einen Leo, wir haben einen Leo.“ Ich habe zu meinem Mann gesagt, woher er all das Hundezubehör hat - es wäre doch Sonntag.“ Mein Mann lachte nur und antwortete: „Ich wusste doch gleich, dass du einen Welpen auf den Arm nehmen kannst.“ Da die Kinder so jubelten, wollte ich nicht widersprechen und fügte mich einfach meinem Schicksal.

Ca. 3-4 Wochen sind wir erneut ins Saarland gefahren, um unsere Donja abzuholen. Zunächst haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen und nachdem die Mutter von Donja in den Raum gekommen ist, bin ich aufgesprungen und habe gesagt: „Oh je, der Hund ist ja viel zu groß. Der kann auf den Tisch schauen.“ Meine Kinder und mein Mann haben mich „ermahnt“ und ich habe schnell meinen Mund gehalten.  Wir haben weiter gegessen und anschließend hat der Züchter gesagt, dass er unsere Donja holen würde. Donja wog mittlerweile 11 kg und als ich sie gesehen habe, sagte ich nur „Herr ….., ich wollte einen Welpen und keinen ausgewachsenen Hund kaufen.“ Im selben Moment bekam ich lauter Fußtritte gegen meine Schienbeine und ich war wieder ganz schnell still.

3 Tage später bin ich in die Hundeschule gegangen und habe gesagt: „Ich habe einen Leonberger-Welpen, der sozialisiert werden muss, während das andere Ende der Leine die Panik vor Hunden verlieren muss. Bitte zeigen Sie uns nun einen Weg, damit wir ein friedliches Miteinander finden.“ Die Trainerin schaute mich irritiert an und antwortete: „Und da kaufen Sie sich solch einen großen Hund? Ich erwiderte nur: „Mein Mann hat den Hund gekauft und nun muss ich sehen, dass wir in Zukunft harmonisch und glücklich zusammenleben werden.“

Donja hat von Anfang an gemerkt, dass ich sie nicht wirklich wollte und um meine Liebe gekämpft  - und gewonnen. Sie war MEIN Hund. Auch wenn der Weg nicht immer einfach für mich war, so habe ich mich intensiv mit dem Thema Hund auseinandergesetzt, die Hundeschule und Wochenendseminare besucht.  Heute besuche ich Ausstellungen und bin im Hundeverein, in dem ich mit Kylie / Karla vom Kloster Lorch trainiere. Im Nachhinein war Donja das Beste war mir passieren konnte ich und ich kann mir ein Leben ohne Hund gar nicht mehr vorstellen.

 

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